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Laut Online-Befragung schämen sich viele für Sex

Laut Online-Befragung schämen sich viele für Sex

Sie steht allein am Fenster und blickt hinaus, als er klopft und eintritt. Sie dreht sich um, errötet und senkt den Blick.

Noch vor wenigen Jahrzehnten reichte es aus, mit einem fremden Mann ohne Begleitung in einem Raum zu sein, damit eine jüngere Frau sich schämte. Vielleicht half sie ihrem Gefühl aus Koketterie ein wenig nach, aber der Mann wird die Scham als angemessen empfunden haben. Heute schämt sich gemäß einer online durchgeführten Umfrage einer von fünf Deutschen dafür, im Supermarkt Kondome zu bezahlen. Unter jungen Erwachsenen ist es fast jeder Zweite, weiß die Online-Befragung.

„Stell dich in die Ecke und schweig!“

Die Gesellschaft ist also freizügiger geworden, aber Sex ist trotz all der Pornos noch ein gewisses Tabuthema. Scham tritt auf, wenn Menschen gegen gesellschaftliche Normen zu verstoßen glauben. Deswegen verheimlichen sie ihre Arbeitslosigkeit, denn Leistung durch Arbeit ist, wie Meinungsumfragen zeigen, ein hoher Wert, ihr Mangel ein Versagen. Deshalb trinken sie lieber nur in Maßen Alkohol. Deswegen schämen sie sich für einen Freund fremd, der nicht weiß, was Demoskopie ist, denn auch für Kenntnisse gibt es eine Norm.

Die Scham kann sogar so stark sein, dass Menschen laut der Online-Umfrage ihre Gesundheit aufs Spiel setzen und lieber nicht verhüten, als ein Kondom zu bezahlen. Und so wird die Scham auch noch immer genutzt, um Menschen, die aus der Reihe tanzen, wieder einzugliedern: Sie werden gedemütigt, es wird also Scham erzeugt. Die 60 Euro Strafe fürs Schwarzfahren sind für viele weniger abschreckend als die Scham, vor allen Mitfahrenden bloßgestellt zu werden.

Gegen Scham hilft, Selbst- und Fremdbild abzugleichen

Wer sich schämt, also Normen gebrochen hat, dessen Intimsphäre wird verletzt, wenn er öffentlich gedemütigt wird. Doch der bewusste Bruch von Normen kann andererseits befreiend wirken. Das zeigt sich an einer bestimmten Art des Umgangs mit dem eigenen Körper, der laut der Marktforschung online in Deutschland besonders verbreitet ist: FKK. Mehr als jeder Vierte hat schon einmal draußen nackt gebadet, so seriöse Meinungsumfragen. In vielen anderen Ländern gilt dies als sexualisiertes Verhalten und als schamlos.

In den meisten Gesellschaften haben die Menschen, wie Umfragen zeigen, in denen sie ihre freie Meinung äußern, aber unterschiedliche Ansichten zu Tabus. Das ist ein Trost für diejenigen, die oft unter Scham leiden. Denn Scham kann geradezu neurotisch werden und ein Krankheitsbild darstellen. Wer sich häufig schämt, sollte sich fragen, ob viele andere ihn oder sie tatsächlich so stark verurteilen oder ob das eine unbegründete Furcht ist.

Sartre bezeichnete Scham als Anerkennung, dass man so ist, wie der andere einen sieht. Wenn der andere, der einem wichtig ist, einen nun aber gar nicht so sieht, besteht auch kein Grund zur Scham. Wer sich nicht sicher ist, wie das Fremdbild ist, das andere über einen haben, sollte am besten ein paar kleine, private Meinungsumfragen durchführen ...

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