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Online-Befragung zum Brexit in vier Ländern

Brexit - Online-Befragung

Wenn die Queen an ihrem Morgentee nippt, könnte es sein, dass sich ihre Stirn ähnlich runzelt wie die Wellen, die ihre Lippen im Porzellangefäß schlagen. Oder sie gehört doch zu den 59 % der Briten, die laut einer Online-Befragung von MeinungsOrt nicht davon ausgehen, dass sich die wirtschaftliche Situation des Landes nach dem, Brexit verschlechtern werde. Wie üblich äußerte sie nicht ihre freie Meinung zu diesem konkreten politischen Thema. Dass sie allerdings wie 31 % der Briten annimmt, ihre persönliche ökonomische Lage werde sich nun anspannen, darf ausgeschlossen werden.

Die Europäer vom Festland, vor allem die Deutschen, machen sich gemäß der Online-Umfrage mehr Sorgen um die Bewohner ihrer abtrünnigen Insel. Zwei von drei Deutschen erwarten, dass Großbritannien wirtschaftlich unter dem Austritt aus der EU leiden wird. Tendenziell sehen das Franzosen und Niederländer, die im Rahmen der Online-Befragung ebenfalls um ihre Meinung gebeten wurden, ähnlich.

Für die meisten ändert sich nichts – außer sie leben in London

Auch Angela Merkel und Königin Máxima würden wohl kaum öffentlich zugeben, dass sie sich um Europas ökonomische Zukunft sorgen. Die Europäer sind sich darüber uneinig. Jeder zweite Niederländer und Brite sieht nach dem Brexit schwere Zeiten auf die EU zukommen, aber nur jeder vierte Deutsche. Anders als viele Briten befürchten Franzosen, Niederländer und Deutsche in der bezahlten Umfrage aber kaum negative Konsequenzen für sich persönlich.

Gleichwohl finden wie die übrigen Europäer auch die Bürger Großbritanniens eher, dass der Austritt nun schneller vollzogen werden sollte. Dies allerdings hätte für EU-Bürger in London oder Glasgow und Engländer oder Waliser in Berlin gravierende Folgen. Derzeit ist noch völlig unklar, inwieweit die Niederlassungsfreiheit und sogar die Reisefreiheit bestehen bleiben. Überall gibt es aber knappe Mehrheiten dafür, die jetzigen Regelungen beizubehalten. Nur eine Minderheit möchte Visa einführen. 6 % der an der Online-Befragung Teilnehmenden sind für die radikale Lösung, Europäer aus dem UK und Briten aus der EU auszuweisen.

Die EU bleibt nun zusammen, das UK eher nicht

Dabei können nur wenige Befragte gut schätzen, wie viele EU-Bürger überhaupt auf den britischen Inseln (3,1 Millionen) und wie viele Briten auf dem Festland (1,2 Millionen) leben. All diese Menschen müssen sich nun um ihre berufliche und persönliche Zukunft sorgen, die Politiker in Brüssel und London aushandeln werden. Wenn andere Nationen den Briten auf ihrem einsamen Weg folgen sollten, vervielfachten sich diese Zahlen. Allerdings ist dazu nur eine Minderheit der Franzosen (32 %), Niederländer (28 %) und Deutschen (24 %) bereit, so die Online-Umfrage.

Dass Schottland sich jetzt doch von Großbritannien lösen könnte, erwartet aber in allen Ländern eine klare Mehrheit, auch im Vereinigten Königreich. Zwar dürfte die Queen wohl nicht mit Umfragen Geld verdienen, so dass wir sie leider nicht dazu befragen können. Aber diese Aussicht besorgt sie sicher. Und vermutlich zählt sie auch nicht zu den 17 % derjenigen, die in den Online-Fragebogen angaben, Großbritannien sei künftig besser vor Terrorismus geschützt. Was der Brexit tatsächlich mit sich bringt, weiß niemand – also warten wir wie die Queen ab und trinken Tee.

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