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Deutsche mögen es laut Online-Umfrage persönlich

Deutsche mögen es laut Online-Umfrage persönlich

Dieser Text hätte von einem Roboter geschrieben werden können. Wäre Ihnen das gleich? Microsoft schickte seinen Sprachroboter Tay gerade zurück in die Werkstatt, nachdem die Maschine auf Twitter pöbelte und beleidigte. Das droht Ihnen hier nicht, der Autor trägt Sie auf seinen Schreibfingern. Algorithmen taten bislang immer das gleiche, wir konnten uns auf sie verlassen. Das gilt nicht mehr, sie werden menschlich. Deshalb vielleicht sagt fast jeder Vierte in einer seriösen Online-Umfrage, dass virtuelle Kontakte mit Menschen genauso gut seien, wie Menschen zu treffen. Menschinen verbinden uns miteinander, wir werden Teil ihres Netzwerks.

Virtuelle Kommunikation – Ersatz oder Ergänzung?

Die 15% der Teilnehmer an der bezahlten Umfrage, die Augenkontakt vorziehen, wischen vermutlich nicht ständig über ihr Smartphone. Doch die meisten von uns, so die Markt- und Meinungsforschung, starren gern und oft auf Computer. Sie sind Treffpunkte, um mit fernen, alten Bekannten und gänzlich Fremden zu sprechen. Cafés wären es nicht. Ohne das Internet wären wir von diesen Menschen getrennt. Virtuelle Treffen bringen uns zusammen, Smartphones sind Werkzeuge, die Verbindungen aufbauen.

Du redest, ich höre zu - ich antworte, Du bist ganz Ohr: Menschen, die sich gegenüber sitzen, reagieren aufeinander direkt. Ich schreibe auf WhatsApp, Du arbeitest, liest später, antwortest irgendwann. Virtueller Austausch, der in der Online-Umfrage so gut bewertet wurde, tritt nach hinten. Wir antworten dem anderen, wann es uns passt. Die Kommunikation ist asynchron. Wir schweigen uns wochenlang an, freuen uns umso mehr, wenn das Gerät wieder eine Nachricht anzeigt. Gespräche werden ungezwungener. Bilder, Links und Videos senden wir zwischen unseren Worten an andere. Sie bereichern den Dialog.

Jüngere Teilnehmer an der Online-Umfrage finden persönliche und virtuelle Treffen eher gleichwertig als ältere - sie nutzen Computer auch häufiger. Die Mimik, den Klang, den Duft des anderen vermissen sie vielleicht genauso. Wer Musik zumeist digital hört, kann dennoch gern in den Konzertsaal gehen.

Aus den Augen, in der Kontaktliste

Die bezahlte Umfrage wurde weltweit durchgeführt. Zwei Gruppen von Teilnehmern sprechen mit Freunden genauso gern virtuell wie von Auge zu Auge. Die eine sind Menschen zwischen 20 und 39 Jahren. Teenager dagegen möchten ihre Gesprächspartner eher sehen. Womöglich haben Ältere schon öfter erfahren, dass sie sie danach nicht mehr riechen können. Oder sie sind mobiler, leben nicht mehr an ihrem Heimatort, haben Freunde in alle Welt ziehen sehen.

Mobil sind auch viele Bürger aufstrebender Staaten. Das Wachstum der Wirtschaft zieht Russen, Chinesen, Türken in andere Städte, fort von Familie und Freunden. Zusammen mit Brasilianern und Mexikanern sind sie diejenigen, die in der Online-Umfrage am klarsten für virtuelle Interaktionen mit Menschen stimmten. Das Smartphone bringt sie aus ihren modernen Büros zurück in das Dorf ihrer Eltern. Jeder dritte Deutsche hingegen bevorzugt Gespräche mit Fleisch und Blut.

Wenn Sie mehr über das Thema erfahren möchten, nutzen Sie doch eine Maschine. Der Autor frühstückt jetzt.


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