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Online-Umfrage zeigt: immer mehr googeln sich

Immer mehr googeln sich


Der erste morgendliche Blick in den Spiegel löst eifrige Prozeduren aus, die eine positive Antwort auf die Frage „Wer bin ich?“ ermöglichen sollen. Zunächst mag sie noch lauten: „Ein zerknautschtes, wenig vertrauenerweckendes Etwas.“ Nach erfrischender Dusche, Rasur oder Bepinselung sieht einem schon jemand entgegen, mit dem man den Tag zur Not verbringen könnte. Eine bezahlte Umfrage des IT-Verbands Bitkom zeigt, dass dem Ritual im Bad bei immer mehr Menschen ein zweites am Computer folgt.

Frauen sind noch neugieriger als Männer

Wer bin ich?“ rufen 74% der Befragten regelmäßig ins Internet, indem sie ihren eigenen Namen in die Suchmaschine eingeben. Das Internet antwortet zumeist mit ein paar Fotos, Profilen sozialer Netzwerke und Adressdaten. Wenn die Nutzerin Angela Merkel heißt, stellt es ein paar weitere Informationen zur Verfügung. Das ist nicht unwahrscheinlich, denn die enthüllt, dass Frauen stärker zum Blick in den digitalen Spiegel neigen als Männer. Die bezahlte Umfrage ergab auch, dass 20% der Befragten mindestens einmal im Monat ihren Namen googeln.

Menschen im mittleren Alter zwischen 30 und 49 sind am meisten daran interessiert, was über sie im Netz zu finden ist. Das Auffinden eigener Spuren im Internet wird immer beliebter. Bei einer ähnlichen bezahlten Umfrage im Jahr 2008 gab erst die Hälfte der Teilnehmer an, sich selbst zu suchen.

Warum googeln Menschen sich selbst?

Dass Menschen auf dem Höhepunkt ihrer beruflichen Leistungsfähigkeit gemäß der am häufigsten nach sich selbst recherchieren, deutet auf einen Zusammenhang mit dem Job hin. Wer sich auf eine neue Stelle bewirbt, möchte auch im weltweiten Netz in einem guten Licht erscheinen und nicht in Badehose mit Bierbauch am Ballermann. Wem nicht passt, was er bei Google vorfindet, hat übrigens einen gesetzlichen Anspruch auf Löschung von Suchergebnissen.

Auch Eitelkeit mag häufig hinter den selbstbezogenen Suchanfragen stehen. Dass überhaupt Informationen über einen selbst im Internet zu finden sind, ist schmeichelhaft: wäre man gänzlich uninteressant, machte sich doch niemand die Mühe, einen zu erwähnen.

Zwar sagt die bezahlte Umfrage nichts aus über die Motivation der Suchenden. Doch ist das Internet ein ausgezeichnetes Werkzeug, um dem alten philosophischen Aufruf „erkenne Dich selbst!“ zu folgen. Im unruhigen Alltag verlieren wir manchmal das Gefühl dafür, was uns ausmacht. Das Internet speichert über Jahrzehnte, womit wir uns beschäftigten, falls wir offen genug waren, unseren Klarnamen zu verwenden. Denn während die Markt- und Meinungsforschung zumeist Ansichten anderer über ein Thema abbildet, zeigt uns das Internet zumeist nur, was wir selbst über uns preisgaben. Wir finden uns im Internet als Frau, Mutter, Ehefrau, Sportlerin, Köchin, Leserin. Das bin ich also. Und wie vor dem Badezimmerspiegel können wir korrigierend in dieses Bild eingreifen, indem wir im Internet andere Spuren hinterlassen...

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