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Wie die Deutschen essen möchten

In Online-Umfrage äußern sich Deutsche über Ernährung

Eine grundlegende Anforderung an den Landwirtschaftsminister ist es, Genießer zu sein. Mit ausgemergeltem Gesicht - Wurst von sich weisend, Schmalz schmähend, Wein würgend - gäbe er auf der Grünen Woche in Berlin kein gutes Bild ab. Wir wollen, dass er sich ungezügelt der Schlemmerei hingibt! Und so wird der Herr Minister mit besonderer Lust die Ergebnisse seiner Marktforschung in Deutschland präsentiert haben.

Altersweise Einkäufer

Der Ernährungsreport „Deutschland, wie es isst“ ist für die Erzeuger und Händler von Lebensmitteln aufschlussreich. Die Umfrage, die auch online durchgeführt wurde, verdeutlicht, dass Ernährung den Deutschen am Herzen liegt. Wir sind vielleicht keine Gourmets wie die Franzosen. Aber je älter die Menschen werden, desto mehr achten sie auf Qualität. Sie kaufen mehr regionale Produkte (über 83% der über 45jährigen), der Preis wird weniger wichtig, sie gehen vermehrt in Fachgeschäfte, Hofläden, Bioläden und auf Märkte. Auch Menschen in kleineren Orten wissen Qualität mehr zu schätzen als Großstädter. Junge Esser lassen sich dagegen häufig von der Werbung leiten (49% der unter 19jährigen geben dies allein in der Online-Umfrage an – die Dunkelziffer dürfte höher sein...) und schauen stark auf den Preis (72%).

Grundsätzlich fühlen sich die Verbraucher über die Lebensmittel gut informiert, auch wenn die Putenwurst und der Blumenkohl wenig kommunikativ sind. Die meisten Käufer (72%) machen sich dabei vor Ort schlau. Überall sieht man in den Gängen der Supermärkte über das Kleingedruckte auf den Verpackungen gebeugte Gestalten. Immer mehr Menschen beugen sich, so die Markt- und Meinungsforschung, im Geschäft jedoch lieber über ihr Smartphone, um online Nachforschungen etwa über das gesündeste Getränk anzustellen (29% der unter 19jährigen tun dies, greifen dann aber doch zu Cola).

Genuss ja – aber nicht auf Kosten von Umwelt, Tieren, Bauern

Wunschlos glücklich im Schlaraffenland der Supermärkte und Bioläden sind die Verbraucher indes nicht. Sie fordern umweltverträglichere Herstellung (70%) und bessere Bezahlung für die Bauern (86%). Sogar 88% der Teilnehmer der repräsentativen, nicht bezahlten Online-Umfrage fordern artgerechtere Tierhaltung. Dafür wären viele Menschen bereit, ihr Konto zu plündern. Fast alle Befragten (89%) bezahlten mehr, „wenn Tiere dafür besser gehalten würden“. Für ein Kilogramm Fleisch, das heute 10 Euro kostet, gäben 27% sogar mehr als das doppelte, wenn das Tier nicht leiden musste. Im Durchschnitt würden 65% mehr für den Braten ausgegeben.

Also spricht der Landwirtschaftsminister: „Meine Damen und Herren Lebensmittelproduzenten! Ihre Supermarktbetreiber! Unsere Verbraucher, und in erster Linie ich selbst, wollen gesünderes Essen! Glückliche Tiere! Bauern, die nicht darben! Schicken Sie uns einfach die Rechnung. Und nutzen Sie die Möglichkeiten, uns vor Ort zu informieren. Guten Appetit!“


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