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Lektion über E-Autos für Politik und Hersteller

Marktforschung in Deutschland bringt E-Autos voran


Wenn die Teilnehmer einer Online-Umfrage ihre Antworten gegeben haben, beginnt die Arbeit für die spezialisierten Mitarbeiter der Markt- und Meinungsforschung zumeist erst. Die Zahlen sind klar, aber was bedeuten sie? Lassen sich Segmente erstellen, denen die einzelnen Teilnehmer angehören? Welche allgemeinen Einstellungen liegen den konkreten Antworten zugrunde?

Eine Ausnahme stellt die Umfrage dar, die der IT-Branchenverband Bitkom vor kurzem über Elektroautos durchführte. Ihre Ergebnisse erscheinen sonnenklar. Politiker und Manager der Automobilbranche brauchen sie nur zu lesen und ihre Strategien abzuleiten.

Für Verbraucher ist die Umwelt wichtiger als der Komfort – aber nicht zu jedem Preis

Durch Deutschland rollen 29.000 Elektroautos, was einem Marktanteil von 0,0006% entspricht. Die Anzahl der Dreiräder im Straßenverkehr ist nicht wesentlich geringer... Die Zahl erstaunt, denn die umweltbewussten Deutschen haben sich die Energiewende auf die Fahnen geschrieben, und 69% der Befragten dieser nicht bezahlten Umfrage kann sich vorstellen, ein E-Auto zu kaufen.

Die Bundesregierung hat im Rahmen einer technologischen Initiative als Ziel ausgegeben, bis 2020 die Zahl der Elektroautos auf eine Million zu erhöhen. Wird knapp, denn heute bieten die Akku-betriebenen Wagen bei weitem noch nicht das, was die Nutzer erwarten. Sie sind zu teuer: der E-Golf von VW, der noch das am meisten verkaufte Elektroauto ist, kostet über 35.000 Euro. Wie die Marktforschung in Deutschland ergab, ist für 47% der potentiellen Käufer aber der Preis entscheidend. Es liegt auf der Hand, dass die Menschen nicht plötzlich 10.000 Euro mehr in der Tasche haben, nur weil es ein neues Produkt am Markt gibt.

Dabei haben viele Verbraucher gar nicht die Erwartung, dass ein Elektroauto genauso komfortabel wie ein Benziner sein muss. Nur 37% der Teilnehmer der Umfrage, die auch online durchgeführt wurde, möchten keine Abstriche beim Komfort machen. Entscheidend ist viel mehr, dass das Auto nicht häufiger mit Energie betankt werden muss als bisher. 62% der Befragten will keine zusätzlichen Zwischenstopps einlegen.

Was lehrt die Markt- und Meinungsforschung die Autobauer und Politiker?

Mit ihrer Erhebung, die nur aus wenigen präzisen Fragen bestand, hat die Bitkom den Finger unsanft, aber wirkungsvoll in die Wunde gelegt: Die Politik muss durch Fördermaßnahmen Elektroautos viel attraktiver machen, wenn die Ziele erreicht werden und die deutschen Hersteller nicht weiter hinter die internationalen Mitbewerber zurückfallen sollen. Die Industrie muss die Autos abspecken, um die Preise zu senken. Die Käufer akzeptieren das, zumal aus technologischen Gründen die digitale Ausstattung von E-Autos hervorragend ist. Aber die Reichweite der Autos muss besser werden.

Online-Umfragen haben, wie sich hier zeigt, das Potential, in wenigen Antworten den zukünftigen Weg eines ganzen Industriezweiges aufzuzeigen und der Politik konkrete Handlungsanweisungen zu geben. Denn was die Verbraucher wollen und zu tun bereit sind, wissen sie selbst am besten.

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