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Laut Online-Umfrage fast nur Choleriker am Steuer

Bezahlte Umfrage zu Aggressionen im Verkehr


Unter uns weilen Engel. Manche spürten das schon immer, für andere von uns ist dieses Ergebnis einer Online-Umfrage erstaunlich. Die Engel müssen sehr ähnlich wie Menschen aussehen. Sie haben sogar einen Führerschein. Jedenfalls fahren sie Auto, und ohne Lizenz täte das ein Engel nie. Tag für Tag erleben wir auf der Straße das barbarische Wüten hinter Steuer und Lenker. Aber vier Prozent der Autofahrer, so die seriöse bezahlte Umfrage, sind anders. Niemals zeigen sie einem anderen Verkehrsteilnehmer den Vogel. Niemals fluchen sie hinter dem Lenkrad – vermutlich kennen sie nicht einmal ein Schimpfwort. Sie hupen nur, wenn ein Fröschlein in Gefahr gerät, von ihnen überfahren zu werden.

Das Auto, ein hemmungsloser Ort

Die meisten von uns verhalten sich ein wenig anders, kennen aber Grenzen. Nur manchmal oder selten, wie die Online-Umfrage zeigt, hupen 75% der Autofahrer ihre Artgenossen an, weil sie sich über sie aufregen. Die Lichthupe wird geringfügig seltener eingesetzt, was vielleicht auch daran liegt, dass sie nicht so wirkungsvoll ist. 54% gestikulieren wild, während sie anderen klarmachen, dass sie die besseren Fahrer sind. Das zünftige Schimpfen ist derweil Volkssport auf deutschen Straßen. 31% der Befragten vergnügen sich unterwegs damit „häufig“.

Ungeachtet der zunehmenden Verbreitung von öffentlichen und privaten Kameras auf der Straße identifiziert die bezahlte Umfrage ein spezielles Segment der Verkehrsteilnehmer: die Teufel. Ihre Zahl ist sehr klein, ihre Wirkung aber mächtig. Den anderen durch das eigene Fahrverhalten maßregeln, ihm den Vogel oder den Mittelfinger zeigen, gar das Fenster herunterlassen und ihn anpöbeln – nur jeweils ein Prozent setzt dieses feine Florett „häufig“ ein. „Manchmal“, so die Umfrage, die online durchgeführt wurde, greifen jedoch immerhin drei bis sechs Prozent darauf zurück.

Zeigt sich am Steuer unser inneres Kind?

Die Ausdrucksmittel erzürnter Autofahrer unterscheiden sich je nach Nationalität, wie eine andere Online-Umfrage ergab. So ist das Hupen, wie jedem eine nicht repräsentative Rückschau auf seine Urlaubsreisen nahelegt, in Spanien beinahe verpflichtend. In Italien gehört demnach ein aggressiver Fahrstil und verantwortungsloses Steuern zum guten Ton. Engel finden sich vor allem in Schweden, gerne leisten sie bei Schnee Rentier Rudi Gesellschaft.

Was prägt unser Verhalten auf der Straße? Die Markt- und Meinungsforschung lässt mutmaßen, dass sich hinter dem Lenkrad unser inneres Kind zeigt. Autofahren hat etwas Spielerisches. Doch in der Kindheit herrscht nicht immer eitel Sonnenschein, genauso wenig wie auf der Autobahn. Manchmal stürmt es. Über ihre Eltern ärgern sich Kinder besonders, wenn sie sie ungerecht behandeln, schimpfen oder schreien, wie eine bezahlte Umfrage zeigt. Also ist die kindische Reaktion, die Autofahrer in Stressreaktionen zeigen, vielleicht nur eine erlernte Antwort auf eine vermeintlich ungerechte oder provokante Behandlung durch andere Fahrer. Was müssen dann die Teufel der Straße nur für eine schlimme Kindheit gehabt haben?

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